Aphrodite

Wer Liebe gibt, verliert Liebe.

Fernando Pessoa

Die Göttin der Liebe war eine der ältesten Göttinnen. Als Kronos seinen Vater Uranos entmannte und dessen Glied ins Meer fiel, wurde Aphrodite aus dem Schaum geboren. Ihre einzige Aufgabe war es, Liebe zu verbreiten. Als sie eines Tages am Webstuhl von Athene gesehen wurde, erboste sich die Göttin und drohte damit, ihre handwerklichen Geschicke fortan aufzugeben. Aphrodite aber entschuldigte sich bei Athene und ging seither jeder Arbeit sorgsam aus dem Weg. Aphrodites Gürtel erfüllte jeden Mann mit unbändiger Liebe zur Trägerin. Sie vergnügte sich deshalb nicht nur mit zahlreichen Göttern, sondern auch mit vielen Sterblichen. Ebenso nahm sie sich zahlreicher Liebenden an. Als Paris sie einst als schönste Göttin in einem Wettstreit mit Athene und Hera auserkor, gab sie ihm die schöne Helena zur Frau. Paris raubte die trojanische Königin und löste so einen Krieg zwischen Troja und den Griechen aus. Aphrodite lieh Hera ihren Gürtel, damit sie Zeus ablenken konnte, der es verbot, dass sich Götter in die Kriege der Menschen einließen. So kämpfte sie auf der Seite der Trojaner, obwohl sie nur wenig von der Kriegskunst verstand und während der Schlacht von einem Sterblichen verwundet und von Athene niedergeschlagen wurde. Athene nämlich, die über Paris‘ Entscheidung erzürnt war, kämpfte auf der griechischen Seite und verhalf Odysseus durch ihr taktisches Wissen zu listreichen Einfällen und schließlich zum Sieg.