Athene

Taktlos oft die Taktik, wenn rücksichtslos die Strategie.

Michael Marie Jung

Die weise Okeanide Metis war Zeus‘ erste Frau, doch als sie schwanger von ihm war, warnten Uranos und Gaia ihren  Enkel, dass ihr zweites Kind ein Junge sein und im Himmel herrschen werde. Angsterfüllt, dass er entthront werden könnte,  verschlang Zeus die schwangere Metis. Nach einiger Zeit jedoch, sah Zeus ein, dass er voreilig gehandelt hatte. Als er eines Tages von starken Kopfschmerzen geplagt wurde, erkannte Hermes was zu tun war und Zeus bat Hephaistos, seinen Kopf zu spalten. Daraus empor stieg Athene, völlig ausgewachsen und in Kampfrüstung. Fortan war sie bekannt für ihre Weisheit und die taktische Kriegsführung. Obwohl sie stets keusch lebte, war sie doch von schlauen Geistern angetan. So half sie etwa Odysseus im Krieg, Herakles bei seinen Aufgaben oder Bellerophon, den Pegasos zu zähmen. Ebenso war Athene bekannt für ihre handwerkliche Geschicklichkeit und ihren Stolz. Einst rühmte sich die Prinzessin Arachne Athene in der Webkunst in nichts nachzustehen. Athene besuchte das junge Mädchen in Gestalt einer alten Frau und warnte sie vor solchen Prahlereien. Arachne jedoch wollte nicht hören, woraufhin Athene sich ihr in ihrer wahren Gestalt zeigte und einen Wettstreit forderte. Athene wob die prächtigsten Stoffe, welche die glorreichsten Momente der Götter darstellten. Arachne hingegen wob Bilder von den schlimmsten Skandalen des Olymps. Als Athene erkannte, dass Arachne ihr tatsächlich ebenbürtig war, zerriss sie deren Webarbeiten und verwandelte Arachne aus Rache in eine Spinne. Ihre Webkünste blieben ihr jedoch erhalten.