Circe

Trüget doch oft der Schein! Ich mag dem Äußeren nicht trauen.

Johann Wolfgang von Goethe

Nach dem trojanischen Krieg wollte Odysseus endlich zu seiner Frau und seinem Sohn heim kehren. Doch Poseidon war ihm nicht wohlgesonnen, erzürnte deshalb die See und sandte Odysseus nach Aiaia, der Insel der Circe. Odysseus’ Kameraden machten sich auf, um die Insel zu erkunden. Sie fanden einen Palast, mit wilden, jedoch sanftmütigen Tieren vor. Aus dem Palastinneren tönten herrliche Klänge und so beschlossen die Seeleute nach der Frau, die sang, zu rufen. Die Nymphe Circe erschien. Sie schmeichelte allen und lud sie auf Speis und Trank ein, nur Eurylochos war schlau genug, die Gefahr zu wittern und sich zu verstecken. Er musste mit ansehen wie Circe einen nach dem anderen seiner Freunde in Schweine verwandelte. Eurylochos kehrte zu Odysseus zurück und warnte ihn. Er aber wollte seine Kameraden nicht ihrem Schicksal überlassen, sondern trat den Marsch an um sie zu retten. Unterwegs begegnete ihm Hermes, der Odysseus ein Kraut gegen die Verwandlung gab und ihm sagte, wie er die Nymphe überlisten sollte. Nachdem Circe völlig perplex war, warum ihr Trank an dem Fremden keine Wirkung zeigte, tat Odysseus so als wolle er sie umbringen und zwang ihr das Versprechen ab, ihm nichts mehr anzuhaben und seine Freunde von dem Fluch zu befreien. Circe wusste jedoch andere Methoden um Odysseus bei sich zu behalten. Sie umgarnte ihn und er blieb ein Jahr auf Aiaia um sich mit ihr zu vergnügen. Erst auf Anraten seiner Kameraden bat Odysseus Circe, ihnen den Heimweg zu weisen und sie leistete seiner Bitte folge.