Die Geburt des Herakles

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Einst wurde prophezeit, dass sich die Giganten gegen die Götter erheben würden und nur durch die Hilfe eines Menschen besiegt werden könnten. Der Göttervater Zeus rechtfertigte mit dieser Prophezeiung die Zeugung des letzten Halbgottes aus seinem Geschlecht: Herakles. Zeus wollte die schöne Alkmene verführen und nutzte eine List: Als König Amphitryon in den Krieg zog, nahm Zeus dessen Gestalt an und stahl sich in Alkmenes Gemach. Die beiden verbrachten eine lange Nacht zusammen, da Zeus Helios befohlen hatte, die Sonne nicht aufgehen zu lassen. Am nächsten Tag kehrte der wahre Amphitryon zu seiner Gemahlin zurück. Sie zeigte weinig Freude, hatte sie ihren Gemahl doch bereits vermeintlich am Vortag ausgiebig begrüßt. Amphitryon witterte das Werk der Götter und befragte das Orakel von Delphi. Dieses weissagte ihm, dass Alkmene Zwillinge gebären würde, eines sei sein eigenes Kind, das andere der Sohn des Zeus. Stolz verkündete Zeus die bevorstehende Geburt des größten Helden aller Zeiten. Die eifersüchtige Hera rang ihm jedoch das Versprechen ab, dass das nächste Kind aus seinem Geschlecht, das geboren wurde, über Griechenland herrschen sollte. Ahnungslos willigte Zeus ein, doch Hera hatte einen Plan ersonnen, um sich an ihm für die Untreue zu rächen: Sie befahl Eileithya, der Göttin der Geburt, Alkmenes Wehen zu verzögern und bei einer anderen Nachfahrin Zeus‘ eine Frühgeburt herbeizuführen. So geschah es, dass der schwächliche Eurystheus eine Stunde vor Herakles und seinem Zwillingsbruder das Licht der Welt erblickte. Hera trachtete aber auch weiterhin nach Rache und wollte Herakles töten. Sie sandte zwei Schlangen in die Krippe, doch der neugeborene Herakles packte beide am Hals und tötete sie. König Amphitryon, der bisher nicht gewusst hatte, welches der beiden Kinder sein eigenes war, erkannte den jungen Heros nun und segnete ihn mit einer reichen Ausbildung.