Die keryneische Hindin

 

Das Tor zur großen Welt öffnet sich und schließt viele kleine Türen.

 

Die dritte Aufgabe des Herakles besagte, dass er die keryneische Hindin fangen sollte. Das Tier war sehr schnell und der Göttin Artemis heilig. So dachte sich Eurystheus, dass Herakles es nie fangen würde, oder falls doch, von der Göttin dafür bestraft würde. Die Hirschkuh war eine der fünf Hindinnen, an denen die Göttin ihre erste Jagdprobe abgelegt hatte. Vier hatte Artemis mit bloßen Händen eingefangen und vor ihren Wagen gespannt, nur diese eine hatte sie wieder frei gelassen, denn das Schicksal wollte es so. Die Hindin war das schönste Tier der Welt, hatte ein goldenes Geweih und bronzene Hufe. Herakles jagte die Hindin ein Jahr lang, bis sie sich schließlich an einem Ufer ausruhte. Dort schoss er mit einem Pfeil, an dem ein Seil gebunden war, durch ihre Ferse. Da er zwischen Knochen und Sehne schoss, floss kein Blut und er konnte sie fesseln. Sofort erschien Artemis, wutentbrannt und wollte Herakles töten. Doch dieser erklärte ihr seinen Auftrag und sie ließ ihn widerwillig ziehen, trug ihm aber auf, die Hindin sofort nach seiner Rückkehr nach Mykene freizulassen.