Die Zähmung des Kerberos

Das Volk öffnet sich selbst die Tore.

Die zwölfte und letzte Aufgabe war die schwerste und sollte Herakles endgültig in den Tod schicken. Es wurde ihm aufgetragen, den Höllenhund Kerberos aus der Unterwelt zu entführen und ans Tageslicht zu bringen. Kerberos war ein riesiger, dreiköpfiger Hund. Geifer tropfte aus seinen drei Mäulern und sein Schwanz war der eines Drachen. Auch dieses Untier war ein Kind der Echidna. Er bewachte die Tore der Unterwelt und kein Toter oder Lebender kam an ihm ­vorbei. Herakles zog nun in das Reich der Toten und forderte den Gott Hades auf, ihm Kerberos auszuhändigen. Hades willigte ein und versprach Herakles, er könne seinen Hund mitnehmen, wenn er ihn ohne Waffen bändigen konnte. So stellte sich Herakles Kerberos und zähmte ihn. Es wurde ihm aufgetragen, Kerberos auf seinen Schultern an die Oberfläche zu tragen. Mit einem Schrei des Entsetzens begrüßte der feige Eurystheus Herakles und floh in sein Gemach. Herakles ließ Kerberos erleichtert frei und das Tier kehrte schnell wie einen Schatten in die Unterwelt zurück. Sein Dienst beim König von Mykene war damit beendet. Nach zehn Jahren hatte Herakles die Vergebung für seine Taten von den Göttern erlangt.