Die Furien

Wer auf Rache aus ist, grabe zwei Gräber.

Chinesisches Sprichwort

Am Anfang waren die Titanen. Und der Urvater der Titanen war ein brutales Wesen, Uranos, der Himmel. Immerdar quälte er seine Gemahlin Gaia, die Erde. Doch die Macht des Uranos sollte gebrochen werden. Denn Gaia wandte sich in ihrer Verzweiflung an ihren Sohn Kronos. Er sollte seinen Vater mit einer Sichel entmannen. Für immer sollte er den Himmel von der Erde trennen. Kronos warf das Geschlechtsteil seines Vaters hinfort, ohne es auch noch eines einzigen Blickes zu würdigen. Aus den ersten Blutstropfen, die auf die Erde trafen, entwuchsen die Erynnyen, die Furien. Sie entwuchsen der Überraschung, der Wut und dem Wunsch nach Rache des Uranos. Und deshalb ist dies auch der einzige Gedanke der Furien, der Rachegöttinen. Sie wurden zu den Vollstreckerinnen der Mythologie. Sie hetzten jeden Schuldigen bis zu seinem Tode. Sie waren zu vielen, doch drei standen ihnen vor. Es waren Tisiphone, die Mordrächende und Seuchenbringerin, eine Meisterin der ausgefallenen Qualen. Alekto, die Nie-Endende, welche nicht allzu schmerzhafte Qualen auf die Menschen loslässt, jedoch unaufhörlich. Und als dritte war noch Megaira, die Neidische, deren Qualen besonders am Herzen nagten.