Der Minotaurus

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Immanuel Kant

Als Minos König von Kreta wurde, baute er Poseidon einen Altar und betete um ein Opfer, das er ihm weihen könne. Sofort entstieg dem Meer ein weißer Stier. Minos war von dem Tier so begeistert, dass er den weißen Stier behielt und ein anderes Tier opferte. Poseidon ärgerte sich über die Beleidigung des Minos und verfluchte dessen Frau Pasiphaë, sodass sie ein unstillbares Verlangen nach dem Stier hegte. Sie bat den Erfinder Dädalus um eine Maschine und vereinigte sich mit dem Stier. Sie gebar Minos den Minotaurus. Ein Wesen mit dem Kopf eines Stieres und dem Körper eines Knaben. Minos konnte das Wesen, aus Angst vor Poseidon, nicht töten, deshalb befahl er Dädalus ein Labyrinth zu bauen, in dem das Ungetüm fortan leben sollte. Um es zu ernähren, musste der König von Athen alle neun Jahre sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen als Friedenstribut nach Kreta senden. Als die Einforderung zum dritten Male kam, lehnte sich das Volk Athens gegen seinen König auf. So kam es, dass sich Prinz Theseus opferte und entschied, ebenfalls nach Kreta zu gehen. Auf eine Weissagung des Orakels von Delphi brachte er, ohne es zu verstehen, der Göttin Aphrodite ein Opfer. Dies zeigte seine Wirkung: Sofort nach der Ankunft verliebte sich die kretische Prinzessin Ariadne in ihn. Sie gab ihm einen Knäuel Faden und wies ihn an, das Ende am Eingang des Labyrinths zu befestigen. In der Mitte angekommen, stellte sich Theseus dem Minotaurus und siegte. Durch die Hilfe des Fadens fanden die Athener wieder aus dem Labyrinth heraus und konnten nachhause zurückkehren.