Die neun Musen

Singe mir, Muse…

Michael Köhlmeier

Die Musen waren die Göttinnen der Künste und inspirierten jeden, der in den Künsten bewandert war. Sie waren die Töchter der Titanin Mnemosyne und Zeus. Klio, die Muse der Geschichtsschreibung; Melpomene, die Muse der Tragödie und Mutter der Sirenen;  Thalia, die Muse der Komödie; Terpsichore, die Muse des Tanzes und Euterpe, die Muse der Lyrik und des Flötenspiels; Erato, die Muse der Liebesdichtung und Urania, die Muse der Astronomie; Polyhymnia die Muse des Gesangs, sowie Kalliope, die Muse der Dichtung und Rhetorik, die Apollo den Sänger Orpheus gebar. Des Öfteren maßen sie sich in Wettstreiten mit Menschen, die sich rühmten, besser zu sein als sie. Als erster prahlte Thamyris damit, besser zu singen als die Musen. Als sie den Wettstreit gewannen, straften sie ihn mit Blindheit und nahmen ihm sein Gedächtnis. Auch Piëros, der von einem Orakel erfuhr, dass die Musen neun an der Zahl waren, nannte seine neun Töchter die Kinder der Musen. Jahre später forderten diese neun Mädchen die Musen zu einem Gesangswettbewerb auf und verloren. Sie wurden von den Musen in schwatzende Elstern verwandelt. Die Musen sangen nicht nur auf Festen für die Götter, sondern lehrten einst auch die Sphinx ihr Rätsel.